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¤ Chronik

Der Inhalt dieser Seite wurde überwiegend den Dorfchroniken "Döhlen - Dat ole Dorp" und "Döhlen - Das Eschdorf an der Wühr" von Hans Duhme entnommen. Diese Seite gibt nur eine grobe Zusammenfassung der beiden hervorragenden Dorfchroniken wieder. Wer genaueres über unsere Geschichte erfahren möchte, kommt an eben diesen Büchern nicht vorbei. Sie sollten in keinem Döhler Haushalt fehlen!

Der Name DÖHLEN

Mit den Siedlungsfunden auf der Wühr (Heute Bereich Vierländereck / Im Dorf / Krumlander Str.) ist belegt, das der Ort schon im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. bestanden hat.
Der Name DÖHLEN ist aus der Lage des Ortes hervor gegangen und bedeutet Tal, Vertiefung. Die Schreibweise des Namens hat sich allerdings in den Jahrhunderten mehrfach geändert.

Unser Dorf ist um 800 n.Chr urkundlich erstmals im Heberegister des Klosters Werden a. d. Ruhr als DULIUN erwähnt.

DULIUN  >  DULINNE  >  DULINI  >  THULINE  >  DOLEN  >  DOELEN  >  DOHLEN  >  DÖHLEN


Die Böden

Das Eschdorf Döhlen und seine umliegenden Ländereien liegen auf einem Geestrücken, einer Hinterlassenschaft der letzten großen Eiszeit die vor etwa 150.000 Jahren zu Ende ging.
Sand-, Lehm- und Geröllmassen lagerten sich auf dem Höhenzug vom Kuhberg über Krumlande, Eye und Schmehl ab. Im tiefer gelegenen Dorf lagerte sich der feinere Sand ab.
Der höchste Punkt des Döhler Geestrückens liegt am Kuhberg mit 41m über NN. Der tiefste Punkt liegt an der Brookbäke Richtung Huntlosen mit 16m über NN. Der Höhenunterschied beträgt somit 25m.


Jüngere Steinzeit (4000 – 1800 Jahre v.Chr.)

Aus dieser Zeit stammen die ersten Spuren von sesshaften Ackerbauern. Die Menschen bestatteten ihre Toten über Generationen in Steingräbern. Einige Steingräber befinden sich in unmittelbarer Nähe unseres Dorfes, sind aber zum größten Teil zerstört.

Steingrab Wittenhöhe

Ca. 14m x 4m. Trägersteine noch sichtbar. Grabbeigaben wurden 1872 vom Museum Oldenburg geborgen. Das Steingrab befindet sich in einem schlechten Zustand. Decksteine sind keine mehr vorhanden, wahrscheinlich wurden auch diese zum Straßenbau verwendet.

>Steingrab Wittenhöhe im Juli 2007<

>Steingrab Wittenhöhe im Juli 2007<


Steingrab Wennekamps Eye (zerstört)

Gefunden 1935/36. Zwei Gefäße neben zwei großen Felsen.

Steingrab Schattregen (zerstört)

Gefunden 1950/52 bei Feldarbeiten. Keine Gefäße oder sonstige Gegenstände.
Drei Trägersteine liegen heute unter dem Mühlstein am Ortseingang.

Andere Funde aus dieser Zeit wie Steinbeile, Pfeilspitzen, Scherben, Schaber, Klingen und Abschläge sind vom Museum Oldenburg bzw. vom Institut für Denkmalpflege erfasst.


Bronzezeit (ca. 1800 – 800 v.Chr.)

Hier änderte sich die Form der Totenbestattung. Leichen wurden nun verbrannt und deren Asche und Knochenreste in Urnen unter Hügeln beigesetzt. Oft wurden Nahrungsmittel und Schmuck in Beigefäßen hinzu gegeben. Hügelgräber finden sich rund um Döhlen. Oft sind sie aber überwuchert und nur schwer zu finden.

Der Fund einer Urne mit Leichenbrand und Knochenresten wurde 1970 innerhalb der Ortslage (Wühr) gemacht. Dieser Fund konnte der Bronzezeit zugeordnet werden, ging aber leider verloren. Zwei weitere Urnen wurden in diesem Bereich beim Sandabbau gefunden.

Etliche Urnen gingen beim Sandabbau und dem Bau der Krumlander Straße verloren.


Eisenzeit (ab ca. 800 v.Chr.)

Die Totenbestattung (Verbrennung und Beisetzung in Hügelgräbern) änderte sich bis zur Christianisierung nicht. Lediglich an den Grabbeigaben ist zu erkennen aus welcher Zeit ein Hügelgrab stammt. Ein großer Fortschritt war die Gewinnung von Eisen aus Raseneisenerz und Ortstein. Die Eisenschlackenfunde vom Muddenort, Kuhberg und Hülshof belegen die Verhüttung vor Ort.

Etwa 45 Hügelgräber finden sich im Bereich Wittenhöhe / Hegeler Wald, Döhler Wehe, Hoge Lieth und am Kuhberg.
Ein gut erhaltenes Hüglegrab findet man ebenfalls auf der Wittenhöhe nahe des Großsteingrabes.

Weitere Urnenfunde gibt es aus dem Bereich Wühr / Krumlander Straße. Hier wurden beim Sandabbau wahrscheinlich etliche Urnenbestattungen nicht entdeckt.

Die meisten Funde aus diesen Zeiten wurden der damaligen Döhler Schulsammlung zugetragen und gingen leider Verloren.

>Hügelgrab Wittenhöhe im Juli 2007<

>2500 Jahre alte Bestattungsurne aus Döhlen<
>Abbildung aus "Döhlen - Das Eschdorf an der Wühr" von Hans Duhme<
>© 1984 Heinz Holzberg Verlag Oldenburg<



1. - 3. Jahrhundert n.Chr.

Erste Siedlung (Auf der Wühr)

Der Name „Wühr“ bedeutet so viel wie Hofstelle. Es ist der älteste Teil unseres Dorfes.

Beim Sandabbau 1968 wurde innerhalb des Ortes die bisher älteste nachgewiesene Siedlung mit Scherbenfunden und Pfostensetzungen aus dem 1. nachchristlichen Jahrhundert angeschnitten.

Somit wäre der Ort Döhlen also sogar 2000 Jahre alt. Jedenfalls bestätigen die Funde das Vorhandensein eines etwa 2000 Jahre alten Siedlungsplatzes, jedoch fehlen Anschlußfunde aus dem 4. – 5. Jahrhundert.


4. - 5. Jahrhundert n.Chr.

Keine Bodenfunde aus dieser Zeit. Somit ist eine durchgehende Besiedlung seit dem 1.Jahrhundert nicht zu beweisen. Ein Grund für das Fehlen von Bodenfunden aus dieser Zeit könnte die Auswanderung nach England sein. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich das in dieser Zeit gar keine Menschen hier lebten.


6. - 9. Jahrhundert n.Chr.

Scherben und Gefäßfunde aus dieser Epoche.
Die Funde werden im Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Oldenburg aufbewahrt.

Sichere Anhaltspunkte für das andauernde Bestehen des Dorfes Döhlen gibt es somit seit dem 8. Jahrhundert.


8. - 14. Jahrhundert

In den Jahren 1977 – 1981 wurden im Bereich Muddenort, Hülshof und der Wühr umfangreiche Siedlungs- und Bodenfunde gemacht. Die Auswertung dieser Funde ist vom Institut für Denkmalpflege in Rastede vorgenommen worden. Es wurden Pfostensetzungen, Feuerstellen, Mahlsteine, Webgewichte und Mengen an Gefäßscherben geborgen.

Die Zeitstellung der Funde beginnt in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts und Reicht bis ins Mittelalter.

Mit Einführung des Christentums zur Zeit Karl d. Gr. durch die Missionszelle Visbek und der Beginn der Meierverfassung um 780  änderten sich die Besitzverhältnisse der Höfe in Döhlen mehrfach. Als die ersten Boten des Christentums hier eintrafen, wurden sie durch aufständische Bauern ermordet.
Zu Beginn gehörte Döhlen zumindest teilweise zum Privatbesitz des Gerbert von Visbek. In dieser Zeit wird Döhlen als DULIUN erstmals urkundlich erwähnt. Durch Schenkung, Tausch, Heirat und Erbschaft ging der Besitz unter anderem an das Kloster Werden a. d. Ruhr, das Stift Enger, das Kloster Corvey und später an die Familie Holte.  Um 1500 wurden die Döhler Besitzungen an das Kirchspiel zu Großenkneten übertragen.

Der Kirchenbesitz lag im Bereich Hülshof, wo er mit zwei Meierhöfen (Kirchenmeier Munke, heute Hibbeler/Evert und Kirchenmeier Hemme, heute Gillerke) und einer Kapelle nachzuweisen ist.

Ritter von Dolen

Ein weiterer Meierhof lag im Muddenort, der Wohnsitz der Doler Ritterfamilie (Hof von  Berni Meyer, heute Mertin). Hier gab es Bodenfunde die auf einen für damalige Zeit hohen Lebensstandart schließen lassen. Dieser Hof hatte die Aufgabe den kirchlichen Besitz zu schützen.

Im Jahre 1192 ermordeten die Ritter von Dolen, Sannum und Hatten auf Weisung des Grafen Moritz I. von Oldenburg dessen Bruder Graf Christian von Wildeshausen. Der junge Graf Christian von Wildeshausen kam gerade reich mit Schätzen beladen von einem Kreuzzug mit Kaiser Barbarossa zurück. Die Mörder aus Dolen und Sannum wurden gefasst, verurteilt und zu Tode gefoltert.
Der Besitz der Ritter von Dolen ging in die Hände auswärtiger Grundherren. Ein ortsansässiger Ritter in Döhlen wird danach nicht mehr erwähnt.

Ein weiterer Meierhof kam später zum Besitz des Klosters Blankenburg bei Oldenburg. Dieser Hof ist heute noch allen als Klosterhof bekannt.


15. - 20. Jahrhundert

Auf unseren leichten Döhler Sandböden gedieh die Kartoffel welche gegen Ende des 18. Jahrhunderts bei uns eingeführt wurde gut. Um aber dauerhaft auf den gleichen Flächen Ackerbau zu betreiben brauchte man schon damals viel Humusdünger. Zur Erzeugung des nötigen Stallmistes gab es große Heidschnuckenherden.
Um 1850 gab es in und um Döhlen rund 30 Schafställe mit ca. 4500 Schafen. Zur Versorgung der Herden wurden viele Waldflächen abgeholzt. Die dann entstehenden Heideflächen wurden gleichsam zur Schaf- und Bienenzucht genutzt. Alle norddeutschen Heideflächen entstanden nicht auf natürliche Weise, sie sind vielmehr das Ergebnis intensiver Schafhaltung. Als Folge der Überweidung versandeten viele Flächen, so das zum Schutz die Sandfänge am Kuhberg errichtet werden mussten. Als weiteres Problem der intensiven Schafhaltung kam die Knappheit an Holz dazu. Die ältesten Dorfeichen stammen noch aus dieser Zeit. Mit Einführung des Kunstdüngers war dann auch die Schafhaltung bald beendet.

>Karte 1840<
>Abbildung aus "Döhlen - Dat ole Dorp" von Hans Duhme<
>© 1982 Heinz Holzberg Verlag Oldenburg<

>Karte 1980<
>Abbildung aus "Döhlen - Dat ole Dorp" von Hans Duhme<
>© 1982 Heinz Holzberg Verlag Oldenburg<

 

Die Kapelle

1539 ist erstmals die Kapelle von Döhlen erwähnt. Standort der letzten Döhler Kapelle war das spätere Schulgrundstück. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde diese geplündert und baufällig. Später haben die Döhler aus eigener Kraft ihre „Capelle aus Holtz“  wieder aufgebaut. Altar und Statuen waren allerdings abhanden gekommen.

Um 1650 wurde die Glocke aus der Kapelle entwendet und nach Huntlosen verbracht. Ein späteres kirchengerichtliches Verfahren wurde 1708 mit dem Ergebnis, das die Huntloser die Glocke wegen Verjährung behalten durften, beendet.

Bis 1680 wurden wohl die Toten hier im Dorf nahe der damaligen Kapelle bestattet. Frühere Kapellen hat es wahrscheinlich im Bereich der Wühr gegeben.

Die Schule

Ab 1705 wurde die Kapelle als Schule genutzt. 1840 errichtete man dann auf dem ehemaligen Kapellenland eine neue Schule. Im einklassigen Schulraum wurden 1863 schon 96 Kinder unterrichtet. In Großenkneten waren es damals nur 92. Um 1900 waren es gar 108 Schüler in einem Raum.
Im Jahre 1922 wurde ein neues zweiklassiges Schulgebäude gebaut. Hier fand der Schulunterricht für alle Döhler Kinder bis 1968 statt. Seit dem gehen unsere Kinder zur Grundschule nach Großenkneten und später zur Schule nach Ahlhorn.

Das Spritzenhaus

Gegenüber der Schule auf altem Kapellengrund bauten die Döhler ein Spritzenhaus zur Aufbewahrung der Feuerwehrgeräte. Darin wurden gelegentlich auch unbändige Dorfbewohner eingesperrt.

 

1850 erfolgte mit der Oldenburgischen Verfassung die Aufteilung des Kirchenbesitzes und der damit verbundenen Abgaben. Döhlen gehört seit dem zur Gemeinde Großenkneten. Später folgte die Trennung von Gemeinde (Staat) und Kirche.

Aus den damaligen Lasten sind die heutigen Steuern und Abgaben an die Gemeinden entstanden.
Döhlen hatte 1855 rund 400 Einwohner.

Etwa 1870 wurde die Bahnlinie Oldenburg-Osnabrück gebaut. Erst fünfzig Jahre später um 1922 wurde eine feste Straße von Großenkneten durch das Brückentor nach Döhlen gebaut.

Um 1922 bekam das Dorf die erste Stromversorgung, damals kam die Energie aus den Turbinen des Huntloser Stausees, der Brookbäke. Danach wurde die öffentliche Stromversorgung weiter ausgebaut.

Ab 1976 konnten die Döhler Trinkwasser aus der Wasserversorgung des OOWV beziehen. Der Anschluss an einen öffentlichen Abwasserkanal erfolgte erst viele Jahre später. 1980/81 kam dann die Versorgung mit Erdgas hinzu.

1200 Jahre Döhlen

Im August 1982 feierte Döhlen mit der 1200-Jahr-Feier das größte Fest seiner Geschichte. Monate der Vorbereitung waren vergangen und so nahmen am großen Umzug durch Döhlen 46 originell geschmückte Wagen und Fußgruppen teil. Außer den Donaumusikanten in Traditionstracht zogen die Spielmannzüge aus Großenkneten und Huntlosen mit durch das fahnengeschmückte Dorf. Etwa 7000 Gäste und Besucher zählte die Polizei.
Dieses dreitägige Dorffest hatte alle Erwartungen weit übertroffen und man war sehr stolz auf das geleistete.
Zur Erinnerung an diese tollen Tage wurde im folgenden Jahr ein Gedenkstein im Dorf gesetzt.
(Fotos folgen noch)

Heute zählt Döhlen 476 Einwohner. (Stand:03.2009,  238w/238m)

 

 

letzte Aktualisierung 26.03.2009